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Olympia Turin 2006

Insgesamt 16 Ärzte kümmern sich um Prävention, Verletzungen und Erkrankungen

Die GOTS und die Verbandsärzte Deutschland sichern die medizinische Versorgung der Olympia-Starter in Turin

Am 10. Februar werden die 20. Olympischen Winterspiele in Turin eröffnet. Es treten etwa 2500 Athleten aus 85 Nationen in 15 Disziplinen an. Insgesamt werden 84 Entscheidungen um olympisches Gold ausgetragen. Die Wettkampfstätten sind über mehrere Orte verteilt: Turin, Bardonecchia, Cesana, Pinerolo, Pragelato, Sauze D´Oulx und Sestriere. Das deutsche Team wird 162 Teilnehmer umfassen, zuzüglich einer entsprechenden Anzahl an Trainern, Betreuern und Offiziellen. Die medizinische Gesamtleitung unterliegt als Koordinator Professor Wilfried Kindermann aus Saarbrücken, die physiotherapeutische Gesamtleitung unterliegt in der Koordination Klaus Eder. Die Ausstattung und Koordination der Olympia-Apotheke hat Dr. Bernd Wolfarth übernommen, der ebenfalls für die Bearbeitung aller Medizinischer Ausnahmegenehmigungen verantwortlich ist. Alle beteiligten Verbandsärzte und Physiotherapeuten wurden mit den sportartspezifischen Medikamenten und Verbrauchsmaterialien versorgt. Die Koordination der medizinisch-technischen Geräteausstattung obliegt Dr. Georg Huber aus Bad Dürrheim, der Sportarzt des Jahres 2005.

Durch die Aufteilung der Athleten auf drei olympische Dörfer steht auch die medizinische Versorgung vor logistischen Anstrengungen. Die zentrale Anlaufstelle und die zentrale Apotheke sind in Turin untergebracht und werden durch Dr. Georg Huber betreut. Die Außenstelle in Sestriere, wo sich auch das Deutsche Haus und das Kufenstüberl befinden, wird durch das Team Dr. Hubert Hörterer und Dr. Ernst-Otto Münch geleitet. Beide sind aktiv in die Betreuung der Athleten des Deutschen Skiverbandes eingebunden.

Die Ausstattung der medizinischen Zentren wird wieder einer gut ausgestatteten allgemeinärztlichen Praxis entsprechen und EKG, Sonographie und ein kleines Labor zur Verfügung stellen. Weiterführende Untersuchungen könnten in den vorhandenen Polikliniken vor Ort veranlasst werden. Mit einzelnen Abteilungen diverser Kliniken wurden bereits Kooperationen vereinbart.

Aufgrund der räumlichen Distanz der olympischen Dörfer zu den Wettkampfstätten haben einzelne Verbände zusätzlichen Wohnraum angemietet, um eine optimale Unterbringung der Athleten zu gewährleisten. Die betreuenden Verbandsärzte wohnen natürlich bei den entsprechenden Teams. Der Arbeitstag beginnt am frühen Morgen und führt die Ärzte mit den Athleten an die Trainings- und Wettkampfstätten. Abends finden die notwendigen Behandlungen durch die Ärzte und Physiotherapeuten bis spät in die Nacht statt.

Das ärztliche Betreuerteam im einzelnen:

  • Alpiner Skilauf: Dr. Ernst-Otto Münch und Dr. Hubert Hörterer
  • Biathlon: Dr. Bernd Wolfarth
  • Bobsport: Dr. Christian Schneider und Dr. Walter Hubmann
  • Eishockey: Dr. Meinrad Balensiefen und Dr. Andreas Gröger
  • Eiskunstlauf: Dr. Stefan Pfrengle
  • Eisschnelllauf: Dr. Volker Smasal und Dr. Karl-Heinz Zeilberger
  • Nordische Kombination: Dr. Stefan Pecher
  • Rodeln: Dr. Volker Jägemann, Sportarzt des Jahres 2003 aus Freising
  • Short Track: Dr. Volker Smasal und Dr. Karl-Heinz Zeilberger
  • Skeleton: Dr. Christian Schneider
  • Skilanglauf: Dr. Ulrich Schneider
  • Skispringen: Dr. Ernst Jakob
  • Snowboard: Dr. Gerit Sommer und Dr. Heinz Kusche

Die hohe medizinische Qualität der beteiligten Ärzte wird durch ihre kontinuierliche Betreuung der Athleten in den Verbänden und die regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen bei den Verbandsärzten Deutschland e.V. und der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) sichergestellt. Die beteiligten Ärzte sind Mitglied der Verbandsärzte Deutschland e.V. und die meisten Orthopäden sind Mitglied der GOTS.

Bereits im Oktober 2005 fand ein Vorbereitungsseminar des Deutschen Sportbundes für die vornominierten Ärzte und Physiotherapeuten statt. Hier wurden die Belange der Infrastruktur, der Apotheke und Geräteausstattung sowie die aktuellen Regularien des Dopingreglements von den verantwortlichen Koordinatoren und von Seiten des Deutschen Sportbundes/Nationalen Olympischen Komitees dargelegt und intensiv diskutiert.

Die aktuelle Diskussion um Grippeviren und deren Auswirkungen hat auch vor den Beteiligten der Olympischen Winterspiele nicht halt gemacht und bedarf intensiver Beobachtung. Präventiv wurden zahlreiche Athleten und Betreuer bereits im November letzten Jahres geimpft. Die persönlichen Präventionsmaßnahmen der Athleten umfassen neben Äußerlichkeiten (Handschuhe, Mütze, Schal…) auch medikamentöse Unterstützung in Form von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.

Insgesamt können die getroffenen Vorbereitungen von ärztlicher und physiotherapeutischer Seite als gelungen angesehen werden.

Dr. Christian Schneider, München

2. Februar 2006

Fachzeitschrift

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