Sportarzt des Jahres 2004

Sachlich-zurückhaltend managte Dr. Artur Trost chirurgisch und menschlich den Unfall des Ski-Stars Hermann Maier

Dr. Artur Trost ist als Sportarzt in Österreich zu Ruhm gekommen. Er war der Arzt, der den Ski-Olympiasieger und Weltmeister Hermann Maier nach seinem Motorradunfall notärztlich zu versorgen hatte. Mit dem Hubschrauber ist Hermann Maier in das Landeskrankenhaus Salzburg eingeliefert worden, wo Dr. Artur Trost gerade Dienst im Schockraum hatte. Er operierte Hermann Maier den offenen Bruch des Unterschenkels und konnte durch die Hinzuziehung eines Plastischen Chirurgen die Hautdeckung vornehmen lassen. Der Skifahrer hatte schwerste Blutergüsse am ganzen Körper, besonders im Gesäß, Nervenquetschungen, eine Multiorganschwäche und Nierenversagen. Nur langsam konnte Hermann Maier wieder hergestellt werden. Dr. Artur Trost war immer an seiner Seite. Das Comeback des „Herminators“ ist nach langer Genesungs- und Rehabilitationszeit im vergangenen Winter, in dem er so manchen Weltcup-Wettbewerb gewonnen hat, geglückt. Ein Wunder, sagen viele.

Doch Dr. Artur Trost hat Hermann Maier nicht nur chirurgisch, sondern auch menschlich betreut und hatte dabei gegen eine Armada von Möchtegernehelfern und Medienvertretern zu kämpfen, die mit allen möglichen Tricks versuchten, an den Ski-Star auf der Intensivstation heranzukommen. Der Druck, der auf ihm als dem behandelnden Arzt lastete, war für Außenstehende kaum erkennbar, in Wirklichkeit jedoch unbeschreiblich, ging es ja darum, auf den Pressekonferenzen sachlich-zurückhaltend über den medizinischen Fall Maier zu berichten, ohne das Vertrauensverhältnis zum Patienten auf das Spiel zu setzen. Dieser Balance-Akt ist Dr. Artur Trost gelungen. Und das hat ihm den Respekt seiner Kollegen in ungeahntem Maße eingebracht, so dass ihn die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin nun zum „Sportarzt des Jahres 2004“ kürt.

Wenn man den Lebenslauf von Dr. Artur Trost liest, glaubt man, er habe sein ganzes Berufsleben damit verbracht, nur Diplome zu sammeln. Chirurg ist er, Spezialist für Handchirurgie, Facharzt für Unfallchirurgie, Sportarzt und Notarzt. Daneben versah er die ganze Zeit aber nicht nur seinen Dienst als Oberarzt am Landeskrankenhaus in Salzburg, sondern stand beim SV Casino Salzburg auf dem Fußballplatz, hielt sich auf dem Salzburgring als Notarzt in Bereitschaft, kümmerte sich um die Handballspieler des UHC Salzburg und war zuletzt als Arzt der österreichischen Ski-Nationalmannschaft tätig - als Mann weniger Worte, aber großer Taten.

Kraft für all seine Tätigkeiten schöpft Dr. Artur Trost aus der Familie. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder, die ebenfalls die Medizin zu ihrem Beruf gemacht haben. Als ausgezeichneter Skiläufer locken ihn immer wieder die Pisten. 1982 wurde er sogar einmal Dritter bei den Ärzte-Skiweltmeisterschaften. Seine zweite große sportliche Leidenschaft gehört dem Segeln, der er jetzt bei Segeltörns mit Familie und Freunden nachgeht.

18. Juni 2004

 

Die GOTS:
Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist weltweit die zweitgrößte Organisation ihrer Art. In ihr haben sich 1986 Sportmediziner und Sporttraumatologen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen. Die über 700 GOTS-Mitglieder zeichnen sich durch eine rege Berufstätigkeit, stetigen Fortbildungswillen und gesellschaftliches Engagement aus. Hohe qualitative Standards in der Behandlung sind oberstes Gebot. Fast alle Verbandsärzte deutscher Sportverbände gehören der GOTS an. Sie sind verantwortlich für die interdisziplinäre Behandlung verletzter Spitzenathleten sowie für die Entwicklung präventiver Maßnahmen auf dem Gebiet der Sportmedizin und Sporttraumatologie.

Angelika Müller
Pressesprecherin GOTS
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