GOTS Sportarzt des Jahres 2003

Zuverlässig, ehrgeizig, kompetent und ein wenig ungeduldig:
Dr. Volker Jägemann ist Sportarzt des Jahres 2003

Ernst gemeintes Lob von Kollegen ist – einmal angesehen vom Nobelpreis – die höchste Auszeichnung für einen Mediziner. Orthopäde und Sportarzt Dr. Volker Jägermann aus Freising, viele Jahre verantwortlicher Arzt der deutschen Ringer und seit 1999 leitender Verbandsarzt des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland, kann sich über eine Ehrung freuen, die kaum noch zu überbieten sein dürfte: Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) hat den 62-jährigen zum „Sportarzt des Jahres 2003“ gewählt.

Auf zwei Säulen steht die Arbeit der GOTS: der wissenschaftlichen Komponente und der Betreuung von Spitzensportlern in der Praxis. In den vergangenen Jahren verschob sich der Schwerpunkt mehr zur rein technisch orientierten operativen und experimentellen Medizin. Dem will das GOTS-Präsidium mit der Auszeichnung „Sportarzt des Jahres“ entgegenwirken. „Wir müssen wieder die Ärzte von der Basis hervorheben und würdigen. Diese kümmern sich oft aufopfernd um Spitzenathleten aller Sportarten bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie im Trainingsalltag. Mit der Auszeichnung eines ‚Sportarzt des Jahres‘ wollen wir das Engagement einzelner hervorheben und das Augenmerk der Öffentlichkeit auf diesen Berufsstand lenken“, sagt GOTS-Präsident Priv.-Doz. Dr. Martin Engelhardt.

Der niedergelassene Arzt Dr. Volker Jägemann ist so ein Mann der Praxis, einer von 120 deutschen Verbandsärzten. Neben ein paar Internisten sind die meisten von ihnen Orthopäden – wie Dr. Volker Jägemann. Zwanzig Jahre stand er neben den Matten der Ringer, jetzt kümmert er sich um die Männer und Frauen im Eiskanal. Die Rodel-Asse um Georg Hackl, Sylke Otto, Silke Kraushaar, Patric Leitner und Alexander Resch schwören auf seine Kompetenz und sein immer offenes Ohr. Denn ohne ein medizinisches Team ist selbst ein Olympiasieger wie Georg Hackl nicht mehr viel wert. „Bereits bei den kleinsten Anzeichen einer Verletzung kontaktiere ich Dr. Jägemann als den Mann meines Vertrauens, manchmal sogar spät abends, wenn ich vom Training nach Hause komme“, berichtet Georg Hackl.

Die Kunst der Wettkampfmedizin zu pflegen ist Dr. Volker Jägemanns professioneller Anspruch. Bei aller Wichtigkeit von Wissenschaft und Forschung kommt für ihn der Sport noch immer an erster Stelle. Wenn er sein Wirken und das seiner Kollegen schildert, spricht Dr. Volker Jäegmann voller Respekt von den Ärzten, die Tag und Nacht mit Rat und Tat schnellstens bereitstehen, wenn Verschleiß, Überlastung, akute Verletzungen oder Rehabilitationsfragen den Trainingsprozess stören. Diese Mediziner begleiten die Spitzensportler bei allen internationalen Meisterschaften, engagieren sich in Berufsverbänden und Forschungsteams.

Dr. Volker Jägemann war als betreuender Arzt bei vier Olympischen Spielen tätig, ist Anti-Doping-Beauftragter des Bob- und Schlittenverbanden, seit 2002 Vorsitzender der medizinischen Kommission und damit Präsidiumsmitglied. Mehr als 16 Jahre verwaltete er als Schatzmeister der GOTS deren Finanzen, gründete die „Verbandsärzte Deutschlands“ mit, gehört seit 1988 als Mitglied der Radiologiekommission und der Sonographiekommission der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns an. Viele Wochenenden opferte Dr. Volker Jägemann für den Sport, verzichtete auf das Beisammensein im Kreise seiner Familie, bei Ehefrau, Tochter und zwei Enkeln. Zum Golfen, zur Gartenarbeit oder zur Jagd kommt er selten. Das einzige, worauf er niemals verzichtet, ist sein täglicher Lauf, mit dem es sich körperlich und geistig fit hält. Nur wenn alles einmal optimal gelaufen ist, dann gönnt es sich auch „a Glaserl Champagner“. Bei allem Ehrgeiz und bei aller Disziplin ist er dennoch Mensch geblieben: Jeder der ihn kennt, weiss, dass Dr. Jägermann manchmal ein wenig ungeduldig sein kann.

20. Juni 2003


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