GOTS Sportarzt des Jahres 2005

Dr. Georg Huber – das Original aus dem Schwarzwald ist der Mann für die Olympia-Apotheke und schnelle Geschwindigkeiten

Erstmals ein Internist „Sportarzt des Jahres“

Seit den Olympischen Spielen 1972 in München ist ein Arzt fester Bestandteil der deutschen Mannschaft: Dr. Georg Huber. Das Original aus dem Schwarzwald wurde am 20. Februar 1943 in Villingen geboren, wohnt seit Urzeiten in Bad Dürrheim und arbeitet „zum eigenen Vergnügen“ als Oberarzt in der Abteilung Rehabilitative und Präventive Medizin der Universitätsklinik Freiburg. Sein Ziehvater war Professor Joseph Keul, der ihm erstmals die medizinische Versorgung einiger Sportler bei den Spielen in München anvertraute. Mit 1976 Innsbruck, 1980 Lake Placid, 1984 Los Angeles, 1988 Seoul, 1992 Barcelona, 1996 Atlanta, 1998 Nagano, 2000 Sydney, 2002 Salt Lake City und 2004 Athen folgten weitere Olympiaeinsätze. Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS), die seit dem Jahr 2002 den „Sportarzt des Jahres“ kürt, hat mit Dr. Georg Huber nun zum ersten Mal einen Internisten mit diesem Prädikat ausgezeichnet.

Dr. Georg Huber richtete erstmals bei den Spielen 1980 in Lake Placid eine zentrale Apotheke für die deutsche Mannschaft ein. Um die Ausstattung in Athen mit insgesamt 80 Tonnen Gewicht und 242 verschiedenen Medikamenten und Verbandsmaterial sowie vielem technischem Gerät vom Eisbeutel bis zum Ultraschallgerät, vom Müllsack bis zur Klimaanlage und vom EKG bis zum Lungenfunktionsgerät hätten viele deutsche Kliniken die Olympia-Ärzte beneidet. Den 26 Ärzten und 40 Physiotherapeuten, die für die Betreuung der deutschen Olympia-Mannschaft zuständig waren, erfüllte Dr. Georg Huber alle Wünsche.

Dr. Georg Huber arbeitet und „wurschtelt“ im Stillen, ist jedoch immer dank seines markanten Handys auffindbar, das ihn mit vielen Freunden und der Welt verbindet.

Er ist der Mediziner des Radsports. 1978 wurde er erstmals als Radsportarzt eingesetzt. Seit 1982 fungiert er als Leitender Verbandsarzt, jetzt als Koordinator. Für viele andere Sportarten hat er auch ein Herz. Als Rennarzt für die Firma Porsche betreut er die 24 Stunden von Le Mans. In der Motorradszene ist er aktiv. Auch die Behinderten kennen ihn als obersten Arzt, der nicht nur 1992 die Anti-Doping-Regeln in diesem Segment eingeführt hat, sondern auch noch heute der medizinische Chef für die Überwachung der Anti-Doping-Regeln ist. „Hier alles richtig zu machen ist gerade bei den Behindertensportlern ganz wichtig, da sie meistens über eigene Medikamente verfügen.“ Seit 1988 hat er die Athletinnen und Athleten bei allen Sommer-Paralympics mitbetreut. Auch bei der Gehörlosenolympiade ist er seit 1997 im Einsatz.

Dr. Georg Huber liebt die Wettkampfeinsätze bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen. Seine medizinischen Schwerpunkte liegen in der Kardiologie und der Arbeitsmedizin. So ist er für die Leistungsmedizin im deutschen alpinen Skisport zuständig und betreut den Sport in Baden-Württemberg. „Mein größtes Interesse aber gilt den Hobby- und Jugendsportlern“, sagt Dr. Georg Huber. „Was geschieht im Körper eines Zehnjährigen, der zu laufen anfängt? Oder was passiert bei einem alten Menschen, der sich auf eine Trekking-Tour in den Himalaya begibt? Das ist wirklich spannend.“ Privat gehört seine Liebe den Bergen, dem Motorrad, mit dem er sich auch schon einmal überschlagen hat, und schnellen alten Autos. „Keinen langsamen Oldtimern, sondern alten, wirklich schnellen Autos, bei denen es so richtig zur Sache geht. Ich bin überall dabei, wenn Geschwindigkeit gefragt ist“, gesteht Dr. Georg Huber, der als Internist mit Ausbildungen in Neuraltherapie, Röntgen und Chirurgie über einen schier unerschöpflichen Erfahrungsschatz in der Betreuung von Hochleistungssportlern verfügt.

17. Juni 2005


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