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Verletzungen beim Stabhochsprung

GOTS – Newsletter vom 12.08.2009: Verletzungen beim Stabhochsprung / Petra Enderlein neue Leiterin der GOTS-Geschäftsstelle / Dank an Maria Arbogast

Sehr geehrte Damen und Herren,

am Samstag beginnt die Leichtathletik-WM 2009. Bereits am Freitag führt die GOTS in Berlin ein Symposium anlässlich dieser Großveranstaltung durch. In diesem Newsletter führt GOTS-Präsident Prof. Dr. Holger Schmitt (Heidelberg) in die Thematik ein und beleuchtet die spektakuläre Disziplin Stabhochsprung aus Sicht der Sportorthopädie und -traumatologie.

Bitte beachten Sie: Die GOTS hat eine neue Geschäftsstelle. Die Kontaktdaten von Frau Enderlein finden Sie ebenfalls in diesem Newsletter.

Alle Beiträge dieses Newsletters sind zur weiteren Veröffentlichung freigegeben.

Mit freundlichem Gruß,
Frank Wechsel, GOTS-Pressesprecher

Verletzungen beim Stabhochsprung

Vom 15. bis 23. August 2009 finden in Berlin die 14. Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt. Etwa 80 deutsche Athleten haben die Qualifikationsnormen erfüllt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband kann pro Disziplin maximal drei Athleten für die WM nominieren. Gerade in den letzten Jahren konnten vor allem im Stabhochsprung mehrere Sportler die Qualifikationsnorm erfüllen, so dass hier ein Auswahlverfahren über die drei in Berlin startenden Athleten entscheiden musste. Da es sich beim Stabhochsprung um eine technisch ausgesprochen anspruchsvolle Disziplin handelt, bei der neben der Schnelligkeit auch besondere Qualitäten in Bezug auf Koordination und Kraft verlan gt werden, bestehen bei Stabhochspringern besondere Verletzungsrisiken, die fast alle Körperpartien betreffen können.

Traditionell waren deutsche Athleten bei den vergangenen Weltmeisterschaften insbesondere in den Wurfdisziplinen erfolgreich. Aber auch in den Sprungdisziplinen können einzelne deutsche Sportler immer wieder auf sich aufmerksam machen. Mit dem Ziel, möglichst viele Medaillen und Endkampfplatzierungen zu erreichen, werden die Athleten vom Betreuerteam über viele Wochen optimal auf die Spiele vorbereitet – Verletzungen lassen sich aber nie gänzlich verhindern.

Muskel- und Sehnenprobleme
Durch die Sprintbelastung beim Anlauf zum Stabhochsprung besteht ein akutes Verletzungsrisiko der Sehnen und Muskeln der Beine. Vor allem Muskelzerrungen und -faserrisse beziehungsweise Teilrisse der Oberschenkelbeugermuskeln sowie auch Achillessehnenrisse treten gehäuft auf. Auch beim Absprung findet sich genau wie bei anderen Sprungsportarten durch den Impuls in der Abdruckphase eine erhöhte Verletzungswahrscheinlichkeit in diesen Strukturen. Je nach Ausprägung der Muskelverletzung können die Athleten erst nach sechs bis acht Wochen ihr Training wieder aufnehmen, bei Achillessehnenrupturen und sich daran anschließender operativer Versorgung meist erst nach drei Monaten.

Auch chronische Entzündungen der Achilles- oder Patellasehne häufen sich insbesondere durch das intensive Sprungkrafttraining. Um derartige Überlastungsphänomene auszubehandeln, sind oft physiotherapeutische Maßnahmen erforderlich, in einzelnen Fällen auch in Kombination mit Injektionen. Problematisch wird häufig der zu frühe Wiedereinstieg in die sportartspezifische Belastung gesehen, der zu einem Wiederauftreten der Beschwerdesymptomatik führen kann, insbesondere wenn keine präventiven Maßnahmen wie zum Beispiel exzentrisches Muskeltraining durchgeführt wurden.

Gefährdete Wirbelsäule
Am häufigsten klagen Stabhochspringer über Rücken- beziehungsweise Wirbelsäulenbeschwerden. Rotationsbelastungen treten sowohl beim Anlauf als auch nach dem Absprung bis hin zur Landung auf. Ein besonderes Gefahrenmoment stellt der Absprung dar. Wenn der Athlet „unterläuft“, das heißt sich bei seinem Absprung zu nah am Einstichkasten befindet, kommt es zum Hyperextensionsstress der Lendenwirbelsäule. Spondylolysen und Spondylolisthesen an den unteren Wirbelbögen werden bei Stabhochspringern gehäuft beobachtet. Durch Stauchungen in diesem Bereich werden Blockierungen und im Anschluss Muskelverspannungen provoziert.

Krafttraining als Prophylaxe
Auch die obere Extremität ist einer gewissen Verletzungsgefahr ausgesetzt: Sowohl durch das Tragen des Stabes als auch in der Absprung- und Abstoßphase treten Belastungen am Schultergelenk auf, die zu Sehnenrissen oder in einzelnen Fällen auch zu Luxationen führen können.

Auch kommen gelegentlich ernsthafte Verletzungen beim Stabhochsprung vor, teilweise sogar mit Todesfolge. So ist der Sturz in den Einstichkasten nicht immer zu vermeiden. Je nachdem, mit welchem Körperteil der Athlet landet, können schwerwiegende Verletzungen wie zum Beispiel Schädelfrakturen und Wirbelkörperbrüche auftreten.

Präventiv wird bei Stabhochspringern ein intensives Krafttraining absolviert, um die belasteten Gelenke möglichst optimal muskulär zu stabilisieren und das Verletzungsrisiko dadurch effektiv zu minimieren.

Autor: Prof. Dr. Holger Schmitt ist Leitender Oberarzt der Orthopädischen Universitätsklinik in Heidelberg und seit 2008 Präsident der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS)

Petra Enderlein neue Leiterin der GOTS-Geschäftsstelle

Auf der GOTS-Vorstandssitzung vom 18. Juni 2009 entschied sich der Vorstand einstimmig für Frau Petra Enderlein als neue Leiterin der GOTS-Geschäftsstelle. Nach vorzeitiger Kündigung bei ihrem derzeitigen Arbeitsgeber in Jena wird Frau Enderlein die GOTS-Geschäftsstelle in ihrer Heimatstadt ab August 2009 neu aufbauen.

Frau Enderlein arbeitete nach einem erfolgreichen Wirtschaftswissenschaftsstudium mit dem Abschluss als Ingenieurökonomin über 20 Jahre als Buchhalterin, Herstellerin für Bücher und Zeitschriften beim Gustav Fischer Verlag, später Urban & Fischer Verlag sowie Elsevier Verlag in Jena.  Über viele Jahre betreute Frau Enderlein als Journalmanagerin auch unsere Zeitschrift „Sportorthopädie – Sporttraumatologie“ beim Elsevier-Verlag in Jena.
Ihre kompetente und engagierte Arbeit sowie ihre Zuverlässigkeit und ihr freundlicher Umgangsstil veranlassten den GOTS-Vorstand, sich für die Einstellung von Frau Enderlein auszusprechen.

Mit der Entscheidung für Frau Enderlein wird die Geschäftsstelle der GOTS 20 Jahre nach dem Fall der Mauer erstmals in ein neues Bundesland verlegt. Frau Enderlein wird als Ansprechpartnerin für die GOTS-Mitglieder und den Vorstand zur Verfügung stehen. Daneben wird sie den Kontakt zu unseren Wirtschaftspartnern (Elsevier Verlag bzgl. des Zeitschriftenprojektes Sportorthopädie – Sporttraumatologie, Interkongress bzgl. der Organisation des Jahreskongresses, GOTS-Sponsoren) pflegen. Ihre Englisch- und Russischkenntnisse werden es ihr ermöglichen, den internationalen Kontakt sowohl nach West- als auch nach Osteuropa zu unterhalten.

Der GOTS-Vorstand wünscht Frau Enderlein bei ihrer zukünftigen Arbeit viel Erfolg und Freude!
M. Engelhardt

Bitte notieren Sie die neuen Kontaktdaten der GOTS:
GOTS-Geschäftsstelle
Petra Enderlein
Heinrich-von-Eggeling-Str.11
07749 Jena

Tel. 0 36 41 / 38 44 78
Fax 0 36 41 / 56 14 47
mobil 0 176 / 240 825 53
E-Mail: info@gots.org

Dank an Maria Arbogast

Nach über 10-jähriger Tätigkeit, Mitaufbau und Leitung der GOTS-Geschäftsstelle ist Frau Maria Arbogast für den GOTS-Vorstand überraschend auf eigenem Wunsch als Leiterin der GOTS-Geschäftsstelle ausgeschieden. Für viele GOTS-Mitglieder war Frau Arbogast jahrelang die Ansprechpartnerin für die GOTS, fast zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie hat sich mit der ihr anvertrauten Arbeit identifiziert und war bei allen GOTS-Kongressen und vielen Vorstandssitzungen der GOTS stets dabei. Der GOTS-Vorstand bedankt sich auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei unserer langjährigen Geschäftsstellenleiterin für ihre hervorragende Arbeit und wünscht ihr für den Einstieg in ihre neue berufliche Tätigkeit viel Erfolg!
M. Engelhardt

Symposium zur WM 2009: Leichtathletik als Hochleistungssport unter medizinischen Aspekten

Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) richtet unter der Leitung ihres Präsidenten Prof. Dr. Holger Schmitt (Heidelberg) am Tag vor Eröffnung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin ein Symposium für Ärzte und Physiotherapeuten aus. Am Freitag, 14. August 2009, geht es im Athletenhotel Estrel Convention Center in Berlin von 15 bis 20 Uhr um die orthopädischen und sporttraumatologischen Aspekte verschiedener Leichtathletikdisziplinen. Den Vorsitz der beiden Sitzungen haben Holger Schmitt und Wilfried Kindermann sowie Michael Krüger-Franke und Martin Engelhardt. Die Fortbildung ist von der Ärztekammer Berlin mit 5 Punkten zertifiziert. Für Last-Minute-Presseakkreditierungen wenden Sie sich bitte an gots-presse@spomedis.de.

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