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Baseball aus sportmedizinischer Sicht

GOTS – Pressenewsletter 17.12.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,
obwohl American Football hierzulande häufig als die amerikanische Sportart schlechthin gilt, ist Baseball – noch vor Basketball – der beliebteste Nationalsport in den USA, gemessen an der Gesamtzahl der Zuschauer in den Stadien. Wir beleuchten den Sport mit dem ungewohnten Regelwerk aus sportmedizinischer Sicht.

Mit freundlichen Grüßen,
Frank Wechsel und Dr. Wolfgang Schillings, GOTS-Pressesprecher

Michael-Jäger-Preis 2013: Bewerbungen bis 1.5.2013

Der Michael-Jäger-Preis wurde erstmalig 1986 mit der Absicht gestiftet, die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet Sportorthopädie und Sporttraumatologie anzuerkennen und zu fördern. Mit diesem Preis soll der Orthopäde Prof. Dr. Michael Jäger (1935 – 1984) geehrt werden, der in hervorragender Weise mit der wissenschaftlichen Forschung und praktischen operativen Tätigkeit verbunden war.

Der Michael-Jäger-Preis wird alle zwei Jahre für innovative wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Sportorthopädie und Sporttraumatologie vergeben und ist insbesondere für jüngere Wissenschaftler und Forscher auf diesem Gebiet konzipiert.

Die GOTS ist stolz darauf, den mit 15.000 Euro dotierten Michael-Jäger-Preis wieder ausschreiben zu können und damit deutschsprachige Arbeiten auf dem Gebiet der anwendungsorientierten Sportmedizin zu ehren.

Die Teilnahme- und Formvoraussetzungen können angefordert werden bei:

Orthotech GmbH
Frau Kathrin Lutz
Postfach 13 45
82118 Gauting
Tel: 0 89 / 89 35 87-0
Fax: 0 89 / 89 35 87-20
E-Mail klutz@orthotech-gmbh.de

Baseball aus sportmedizinischer Sicht

Obwohl American Football hierzulande häufig als die amerikanische Sportart schlechthin gilt, ist Baseball – noch vor Basketball – der beliebteste Nationalsport in den USA, gemessen an der Gesamtzahl der Zuschauer in den Stadien. Wir beleuchten den Sport mit dem ungewohnten Regelwerk aus sportmedizinischer Sicht.

Anforderungs- und Belastungsprofil
Baseball ähnelt in vieler Hinsicht dem in Deutschland bekannten Schlagballspiel. Zwei Mannschaften spielen gegeneinander, wobei sie abwechselnd eine angreifende und verteidigende Rolle einnehmen. Der Schlagmann der angreifenden Mannschaft versucht, den Ball, der ihm vom Werfer der verteidigenden Mannschaft zugeworfen wird, so in das Spielfeld zu schlagen, dass er von der gegnerischen Mannschaft nicht vor einer Bodenberührung gefangen werden kann und er selbst zu einer Basis (Base) sprinten kann, bevor diese seitens der verteidigenden Mannschaft mit dem Ball berührt wird.

Verletzungshäufigkeit und Verletzungsprofil
Baseball gehört statistisch zu den weniger verletzungsintensiven Sportarten. Ein großer Teil der Verletzungen betrifft die oberen Extremitäten und hier vor allem Schulter und Ellenbogen. Bei der detaillierten Betrachtung des Verletzungsprofils dieser Sportart sollten unterschiedliche Spielerpositionen getrennt betrachtet werden, da sie spezifischen Belastungsmustern und daher differenzierten Verletzungsgefahren unterliegen.

Akute Verletzungen
Dadurch, dass beim Baseball kaum unmittelbarer Gegnerkontakt entsteht, sind akute Verletzungen eher selten. Sie entstehen dennoch bei den Feldspielern durch Vertreten des Sprunggelenks oder durch Zusammenstoß mit einem Mannschaftskameraden bei dem Versuch, den Ball zu fangen. Wird der Schlagmann vom geworfenen Ball getroffen, kann es zu Brüchen an Hand und Unterarm, aber auch im Gesicht kommen. Den Läufern der angreifenden Mannschaft drohen bei waghalsigen Manövern bei dem Versuch, eine Basis zu erreichen (sog. sliding und diving) Verletzungen der Sprung- und Kniegelenke sowie an Schulter, Nacken und Kopf. Außerdem können Trittverletzungen auf die ausgestreckten Hände erfolgen.

Überlastungsschäden
Der Pitcher führt die Verletztenstatistik mit großem Abstand an. Er absolviert in einem durchschnittlichen Spiel circa 120 Würfe mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 km/h. Die hierbei wirkenden enormen Beschleunigungskräfte führen häufig zu Überlastungsreaktionen im Ellenbogen- und vor allem im Schultergelenk. Der Catcher ist an nahezu allen Spielaktionen beteiligt. Er muss sich unter anderem bis zu 250-mal pro Spiel in eine Hockposition begeben, um gegebenenfalls schlecht geworfene Bälle auffangen zu können. Dies führt zu einer erheblichen Belastung des Kniestreckapparates und der Kniescheibe. Im Verlauf des Spiels kann es auch zu Flüssigkeitsverlusten kommen. Die Feldspieler laufen Gefahr, beim Fangen eines mit hoher Geschwindigkeit geschlagenen Balls einen Abriss der Fingerstrecksehne zu erleiden.

Prophylaxe
Die Verletzungsprophylaxe erfolgt primär durch Schutzkleidung. Für den Schlagmann und den Fänger besteht Helmpflicht; letzterer ist zusätzlich zum Tragen von Gesichtsmaske, Weste und Schienbeinschützern verpflichtet. Die Feldspieler tragen Genitalschutz und Fanghandschuh.
Gerade weil nicht alle Spieler ständig in das Spielgeschehen involviert sind, ist es ferner erforderlich, dass sich diese durch gymnastische Übungen warm halten. Bei Pitchern sollte frühzeitig auf eine saubere Wurftechnik geachtet werden. Hierzu gehören insbesondere eine gute muskuläre Führung von Schulter- und Ellenbogengelenk sowie eine entsprechende Koordination. Auch die Regeneration zwischen den Spielen ist wichtig. Insbesondere Nachwuchs-Pitcher, deren Wachstum noch nicht abgeschlossen ist, sollten solche Wurftechniken vermeiden, die Überlastungsschäden des Schulter- und Ellenbogengelenks nach sich ziehen.

Über den Autor: Dr. Hans-Gerd Pieper, Zentrum für Schulterchirurgie, Arthroskopische Chirurgie und Sporttraumatologie, Roland-Klinik am Werdersee in Bremen; Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin – Sportmedizin; GOTS-Mitglied seit 1988, davon im Beirat von Juni 2006 bis Juni 2012

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