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Neue Antidoping-Vorschriften der Welt-Antidoping-Agentur (Wada)

Stellungnahme der „Verbandsärzte Deutschland e. V.“ und der „Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS)

Am 1. Januar 2004 treten die neuen Vorschriften der Welt-Antidoping-Agentur (Wada) in Kraft.

Sie regeln unter anderem den therapeutischen Einsatz von Glucocorticoiden. Danach ist der Einsatz dieser Substanzen im Gegensatz zur bisherigen Regelung vor ihrer Anwendung (aus medizinischer Indikation) genehmigungspflichtig; dies gilt speziell von Injektionen beispielsweise in Gelenke, an Sehnen und an Sehnenansätze.

In diesen Fällen ist die von der Wada vorgeschriebene Genehmigungspflicht vor dem therapeutischen Einsatz nicht realisierbar und damit nicht akzeptabel.

Begründung

Die medizinisch notwendige Behandlung in Form von intraarticulären oder lokalen Injektionen mit Glucocorticoiden – wie sie jedem Patienten aus medizinischer Indikation zusteht – wird damit den Athleten bewusst vorenthalten. Dies kann so nicht akzeptiert werden.

Hintergrund dieser Vorschrift der Wada ist die Sicherstellung von Chancengleichheit im Sport. Die Wada geht damit offensichtlich von einer stimulierenden/-leistungssteigernden Wirkung auch von lokal und/oder intraarticulär vorabreichten Kortisonpräparaten aus. Einen solchen Nachweis hierfür gibt es nicht – wohl aber gibt es nachweislich einen positiven therapeutischen Effekt einer intraarticulären oder lokalen Injektion aus medizinischer Indikation im Beschwerdefall. Hierdurch wurde und wird zahlreichen Athleten die Teilnahme an Training und Wettkampf überhaupt erst möglich.

Die neue Regelung der Wada würde eine Vielzahl von Athleten im Beschwerdefall von Training und Wettkampf ausschließen und somit benachteiligen. Dies wäre eine andere Form von Chancenungleichheit. Dagegen wenden sich im Sinne der Athleten die „Verbandsärzte Deutschland e. V.“ und die „Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS)“ mit allem Nachdruck.

14. Dezember 2003

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